Die Gesellschaft für Sozialen Fortschritt e.V. lädt gemeinsam mit dem Deutschen Institut für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DIFIS) zu ihrer Jahrestagung „Wissenschaftliche Politikberatung in der Sozialpolitik. Institutionen, Herausforderungen und Perspektiven” nach Berlin ein.
Details
- Datum: 18. November 2026, 10:00 bis 17:00 Uhr
- Ort: Hans-Böckler-Haus, Ingeborg-Tönnesen-Saal, Keithstraße 1, 10787 Berlin
- Veranstalter: Gesellschaft für Sozialen Fortschritt e.V. in Kooperation mit dem Deutschen Institut für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DIFIS)
- Teilnahmegebühr: Es wird keine Teilnahmegebühr erhoben.
Zum Thema
Wissenschaftliche Politikberatung ist ein zentraler Bestandteil moderner Sozialpolitik. Sachverständigenkommissionen, wissenschaftliche Beiräte und Expert:innengremien schaffen Orientierungswissen für politische Entscheidungen, begleiten Reformprozesse und tragen dazu bei, gesellschaftliche Herausforderungen evidenzbasiert zu bearbeiten. Gleichzeitig haben sich die Rahmenbedingungen wissenschaftlicher Politikberatung in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Multiple Krisen, gesellschaftliche Polarisierung, neue Formen der Wissensproduktion durch Künstliche Intelligenz sowie veränderte Erwartungen an Wissenschaft und Politik stellen etablierte Formen der Politikberatung zunehmend auf den Prüfstand.
Gerade in Zeiten wachsender gesellschaftlicher Spannungen kommt wissenschaftlicher Politikberatung eine besondere Verantwortung zu: Sie kann dazu beitragen, politische Entscheidungen nachvollziehbar zu machen, Vertrauen in demokratische Institutionen zu stärken und Grundlagen für gesellschaftlichen Zusammenhalt sowie gleichberechtigte Teilhabe zu schaffen.
Die Jahrestagung richtet den Blick daher nicht auf die Inhalte einzelner Sozialstaatsreformen, sondern auf die institutionellen Voraussetzungen, Funktionsweisen und Zukunftsperspektiven wissenschaftlicher Politikberatung selbst. Im Mittelpunkt stehen Fragen nach der Arbeitsweise von Sachverständigenkommissionen, den Bedingungen erfolgreicher Politikberatung sowie dem Zusammenspiel von wissenschaftlicher Evidenz, politischen Entscheidungsprozessen und gesellschaftlicher Legitimation. Dabei wird auch diskutiert, wie wissenschaftliche Politikberatung dazu beitragen kann, Sozialpolitik so auszugestalten, dass sie gesellschaftliche Teilhabe fördert, demokratische Prozesse stärkt und den sozialen Zusammenhalt in einer pluralen Gesellschaft unterstützt.
Ausgehend von den Erfahrungen wissenschaftlicher Kommissionen diskutiert die Tagung die veränderten politischen und epistemischen Rahmenbedingungen wissenschaftlicher Politikberatung. Dabei geht es um den Einfluss gesellschaftlicher Polarisierung und neuer politischer Steuerungsformen ebenso wie um die Auswirkungen von Digitalisierung und Künstlicher Intelligenz auf wissenschaftliche Autorität und Evidenz. Abschließend richtet die Tagung den Blick nach vorn: Welche neuen Rollen übernimmt Wissenschaft zwischen Forschung, Politikberatung und öffentlicher Kommunikation? Welche internationalen Erfahrungen können Orientierung bieten? Und wie kann wissenschaftliche Politikberatung auch künftig einen wirksamen Beitrag zur Gestaltung einer evidenzbasierten, transparenten, demokratisch legitimierten und auf gesellschaftliche Teilhabe ausgerichteten Sozialpolitik leisten?
Programm
10:00–10:15 Uhr – Begrüßung
10:15–11:30 Uhr – Keynote
„Wissenschaft und soziale Sicherung als demokratische Ressource: Evidenz, Vertrauen & Verantwortung” (Prof. Dr. Ute Klammer)
Diskussionsrunde: Politikberatung aus Sicht der Sozialpartner – Prof. Dr. Ute Klammer, Dr. Susanne Wagenmann und Markus Hofmann
Moderation: Prof. Dr. Werner Sesselmeier
11:30–12:45 Uhr – Erfahrungen & Strukturen: Institutionen wissenschaftlicher Politikberatung
Input 1: Innenperspektive wissenschaftlicher Politikberatung (Prof. Dr. Gisela Färber)
Input 2: Außenperspektive wissenschaftlicher Politikberatung (Prof. Dr. Georg Cremer)
Moderation: Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok
12:45–13:45 Uhr – Lunch
13:45–15:00 Uhr – Wandel wissenschaftlicher Politikberatung
Input 3: Politik im Umbruch (Prof. Dr. Hans Vorländer)
Input 4: Wissen im Umbruch (Prof. Dr. Remi Maier-Rigaud)
Moderation: Prof. Dr. Marlene Haupt
15:30–16:45 Uhr – Zukunft wissenschaftlicher Politikberatung
Input 5: „Evidenz wirksam vermitteln. Strategien für gesellschaftliche Akzeptanz” (Jennifer Potthoff)
Input 6: „Umgang mit neuen Herausforderungen. Erfahrungen aus Österreich” (Prof. Dr. Alexander Bogner)
Moderation: Prof. Dr. Anita Tiefensee
16:45 Uhr – Resümee und Verabschiedung
Referent*innen
- Prof. Dr. Alexander Bogner – Senior Scientist, Institut für Technikfolgen-Abschätzung (ITA) der Österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien
- Prof. Dr. Georg Cremer – Professor für Volkswirtschaftslehre (i. R.), Albert-Ludwigs-Universität Freiburg, ehemaliger Generalsekretär des Deutschen Caritasverbandes
- Prof. Dr. Gisela Färber – Professorin für Wirtschaftliche Staatswissenschaften (i. R.), Deutsche Universität für Verwaltungswissenschaften Speyer
- Prof. Dr. Marlene Haupt – Professorin für Volkswirtschaftslehre, Hochschule München
- Markus Hofmann – Abteilungsleiter Sozialpolitik, Deutscher Gewerkschaftsbund (DGB), Berlin, und Vorstand der Gesellschaft für Sozialen Fortschritt e.V.
- Prof. Dr. Ute Klammer – Professorin für Sozialpolitik, Universität Duisburg-Essen, Direktorin des Instituts Arbeit und Qualifikation (IAQ) und Direktorin des Deutschen Instituts für Interdisziplinäre Sozialpolitikforschung (DIFIS) sowie Vorstand der Gesellschaft für Sozialen Fortschritt e.V.
- Prof. Dr. Remi Maier-Rigaud – Professor für Sozialpolitik, Hochschule Bonn-Rhein-Sieg, Standort Sankt Augustin
- Jennifer Potthoff – Wissenschaftliche Mitarbeiterin, Institut der deutschen Wirtschaft (IW), Köln
- Prof. Dr. Werner Sesselmeier – Professor für Volkswirtschaftslehre, RPTU Kaiserslautern-Landau, Campus Landau, und Vorstand der Gesellschaft für Sozialen Fortschritt e.V.
- Prof. Dr. Anita Tiefensee – Professorin für Volkswirtschaftslehre, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin, und Vorstand der Gesellschaft für Sozialen Fortschritt e.V.
- Prof. Dr. Hans Vorländer – Professor für Politikwissenschaft, Technische Universität Dresden, Direktor des Zentrums für Verfassungs- und Demokratieforschung (ZVD) sowie Direktor des Mercator Forums Migration und Demokratie (MIDEM)
- Dr. Susanne Wagenmann – Abteilungsleiterin Sozialpolitik, Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Berlin, und Vorstand der Gesellschaft für Sozialen Fortschritt e.V.
- Prof. Dr. Aysel Yollu-Tok – Professorin für Volkswirtschaftslehre, Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin und Vorsitzende der Gesellschaft für Sozialen Fortschritt e.V.
Anmeldung und Anfragen
Die Anmeldung erfolgt direkt über das Online-Formular: Hier anklicken. Alternativ können Sie den QR-Code in der Einladung scannen.
Bei Rückfragen wenden Sie sich an die Geschäftsstelle der Gesellschaft für Sozialen Fortschritt e.V.: office@sozialerfortschritt.de
Eine Teilnahmegebühr wird nicht erhoben.
