Mit dem Gesetz über Arbeits­ver­mitt­lung und Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung wur­de im Jahr 1927 ein Mei­len­stein des moder­nen Sozi­al­staats gesetzt. Die Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung hat sich zu einer tra­gen­den Säu­le im deut­schen Beschäf­ti­gungs­sys­tem ent­wi­ckelt. Sie hat stets eine gro­ße Bedeu­tung im Struk­tur­wan­del gehabt. Hier war aber auch die kon­kre­te Aus­ge­stal­tung im Span­nungs­feld von Effi­zi­enz, Sicher­heit und Legi­ti­mi­tät immer umstrit­ten.

Aus Anlass die­ses Jubi­lä­ums laden die Hoch­schu­le der Bun­des­agen­tur für Arbeit (HdBA), die Deut­sche Ver­ei­ni­gung für Sozi­al­wis­sen­schaft­li­che Arbeits­markt­for­schung (SAMF), die Gesell­schaft für Sozia­len Fort­schritt e.V. und das WSI der Hans-Böck­ler-Stif­tung Wissenschaftler*innen ver­schie­de­ner Dis­zi­pli­nen zu einer inter­dis­zi­pli­nä­ren Tagung am 7. und 8. April 2027 auf dem Cam­pus Schwe­rin ein.

Thematische Schwerpunkte

  • His­to­ri­sche Per­spek­ti­ven zu Bedeu­tung, Funk­tio­nen und Leis­tun­gen der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung von der Wei­ma­rer Repu­blik bis heu­te, ein­schließ­lich Ana­ly­sen zen­tra­ler Reform­pha­sen und der dar­aus ableit­ba­ren Leh­ren für die Wei­ter­ent­wick­lung sozia­ler Siche­rungs­sys­te­me.
  • Rechts- und sozi­al­wis­sen­schaft­li­che Ana­ly­sen zu sozi­al­recht­li­chen Leit­prin­zi­pi­en und deren Ver­än­de­run­gen sowie ihren Aus­wir­kun­gen auf die Gestal­tung der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung und Grund­si­che­rung.
  • Poli­tik­wis­sen­schaft­li­che und orga­ni­sa­ti­ons­so­zio­lo­gi­sche Ana­ly­sen zur Gover­nan­ce und Ver­wal­tungs­pra­xis der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung sowie der öffent­li­chen Arbeits­ver­mitt­lung, ins­be­son­de­re im Kon­text von Digi­ta­li­sie­rung, orga­ni­sa­tio­na­lem Wan­del und neu­en Steue­rungs­for­men.
  • Stu­di­en aus der Sozio­lo­gie und Sozia­len Arbeit, u.a. zum pro­fes­sio­nel­len Bera­tungs­han­deln und des­sen Wei­ter­ent­wick­lun­gen unter den Bedin­gun­gen von digi­ta­ler Trans­for­ma­ti­on, Fach­kräf­te­si­che­rung und ver­än­der­ten Erwerbs­bio­gra­fien.
  • Wirt­schafts­wis­sen­schaft­li­che Unter­su­chun­gen zu Finan­zie­rung, Anrei­zen und Wir­kungs­wei­se der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung und ihrer Instru­men­te und Maß­nah­men.
  • Inter­na­tio­nal ver­glei­chen­de Stu­di­en zu Sys­te­men der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung und der öffent­li­chen Arbeits­ver­mitt­lung auch im Kon­text von Wohl­fahrt­staats- und Beschäf­ti­gungs­sys­te­men, zu ihren Leis­tun­gen oder Reform­dy­na­mi­ken sowie zu den Mög­lich­kei­ten einer euro­päi­schen Koor­di­nie­rung von Arbeits­markt­po­li­tik.

Von beson­de­rem Inter­es­se sind Bei­trä­ge aus Wis­sen­schaft und Pra­xis, die einen Bogen hin zu aktu­el­len Reform­vor­schlä­gen für die Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung schla­gen, die auf die Bewäl­ti­gung von aktu­el­len Trans­for­ma­ti­ons­pro­zes­sen zie­len.

Einreichung

Erbe­ten wer­den Abs­tracts (max. 500 Wör­ter) in deut­scher oder eng­li­scher Spra­che. Sie müs­sen Namen und Insti­tut sowie einen aus­sa­ge­kräf­ti­gen (Arbeits-)Titel ent­hal­ten und den Inhalt und die zugrun­de lie­gen­de For­schung skiz­zie­ren. Aus­ge­wähl­te Bei­trä­ge sol­len in einem inter­dis­zi­pli­nä­ren Sam­mel­band ver­öf­fent­licht wer­den.

Wichtige Informationen

Am Vor­tag (6. April 2027) fin­det ein Young Scho­lar Work­shop des SAMF für Dok­to­ran­din­nen und Dok­to­ran­den statt. Hier­zu ergeht ein geson­der­ter Call.

Die Koope­ra­ti­ons­ta­gung fin­det im Rah­men der Ver­an­stal­tun­gen der Bun­des­agen­tur für Arbeit zum hun­dert­jäh­ri­gen Jubi­lä­um der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung statt. Am Vor­abend der Tagung wird eine Aus­stel­lung der Bun­des­agen­tur für Arbeit zur Geschich­te der Arbeits­lo­sen­ver­si­che­rung in den Räu­men der HdBA auf dem Cam­pus Schwe­rin fei­er­lich eröff­net.

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